Luke Campbell stürmt ins Hürden-Halbfinale - Gesa Kraus bucht mit flotter Zeit das Ticket für den Endlauf
  28.09.2019 •     Wettkampfsport , Leistungssport


Starker Auftritt von Luke Campbell bei der Leichtathketik-WM in Doha. Der Eintracht-Langhürdler musste gleich am ersten Tag der Titelkämpfe ran. Im zweiten von fünf Vorläufen war die Vorgabe klar. Entweder unter die Top-Vier laufen oder danach zu den vier zeitschnellsten Athleten zu gehören, um ins Halbfinale einzuziehen. 

Mit dem Commonwealth-Sieger Kyron McMaster von den britischen Jungferninseln und und dem Brasilianer Alison dos Santos hatte der Hesse dann auch zwei etwas stärkere Gegner im Rennen, die den Sieg (49,60 sec. zu 49,66 sec.) letztendlich unter sich ausmachten. Unter der 50-Sekunden-Marke blieb mit 49,95 Sekunden auch noch Chieh Chen (TPE). Mit einem guten Finish sicherte sich Campbell den wichtigen vierten Platz und den direkten Einzug ins Semifinale. Am Ende leuchteten 50,20 Sekunden auf der Anzeigetafel auf. Ein sicherer Vorsprung von 0,56 Sekunden auf den Fünftplatzierten Creve Machava (MOZ).

„Jetzt bin ich müde. Es war ein bisschen schwer am Anfang hier, mit der Hitze, gestern war der schlimmste Tag, auch wenn wir uns in Belek schon ein bisschen an die Wärme gewöhnen konnten. Ich bin froh, dass ich weitergekommen bin. Ich musste nicht alles geben, ich habe gesehen, dass ich auf Platz vier bin. Das Thema heute waren die ersten 200 Meter und dass ich da locker laufe und noch Energie habe. Ich wusste, dass es in meinem Lauf nicht so schwer wird weiterzukommen. Jetzt ist mein Ziel das Finale. Ich muss mein Ding machen und mich auf mich selbst konzentrieren“, verriet Campbell gegenüber Leichtathletik.de.

Pflichtaufgabe gelöst - jetzt kommt die Kür. So könnte man den Auftritt von Gesa Krause im Khalifa-Stadion beschreiben. Die Frankfurterin im Trikot von Sylvesterlauf Trier war im zweiten von drei Vorläufen über 3000 Meter Hindernis, der dann auch das schnellste Rennen werden sollte. Am Ende stürmten hier gleich ein Quartett innerhalb von einer Sekunden über die Ziellinie. Den Anfang machte die WM-Favoritin Beatrice Chepkoech (KEN) mit 9:18,01 Minuten, gefolgt von Courtney Frerichs (USA) in 9:18,42 Minuten, Gesa Krause (9:18,82 min.) und der Landesrekord laufenden Dänin Anna Emilie Möller (9:18,92 min.). 

Für die Sportsoldatin aus der Mainmetropole, die direkt aus einem Höhentrainingslager aus Südafrika anreiste, war es da zweitschnellste Rennen in dieser Saison. Am Montagabend wird die „Fahrt“ wahrscheinlich deutlich flotter, trifft die Europameisterin von Berlin dann doch auch noch auf weitere Top-Läuferinnen wie Emma Coburn (USA), Hyvin Kiyeng (KEN) oder Peruth Chemutai (UGA).

Nicht richtig ins Rollen kam bei den 5000 Metern Sam Parsons. Der Langstreckler von der Eintracht verpasste ebenso das WM-Finale wie Teamkollege Richard Ringer (LC Rehlingen). In der Anfangsphase des Rennen sortierte sich Parsons erst hinten ein, lief dann aber ins Mittelfeld und zeigte sich kurz vor „Halbzeit“ sogar in der erweiterten Spitze. Als das Tempo dann erhöht wurde musste der 25-jährige Deutsch-Amerikaner dann aber abreißen lassen und konnte auch hinten raus sich nicht mehr merklich weiter nach vorne arbeiten. Mit Platz 13 und 13:,53 Minuten im zweiten Lauf war der Eintrachtler dann auch sehr deutlich von jener Marke entfernt, die über die Zeitregel das Final-Ticket bedeutet hätte.  Das wären die 13:25,95 Minuten des Kanadiers Justyn Knight gewesen. Eine Leistg, die Parsons (Bestzeit 13:22,32 min.) auch schon gelaufen ist. 

„Es war ein Traumjahr für mich. Mit PBs über 1.500 Meter, 3.000 Meter, 5.000 Meter, auf der Straße und schnellen Crossrennen. Ich nehme so viel mit! In diesem Rennen war ich nicht bei 100 Prozent, so wie viele andere auch nicht. Es ist spät in der Saison, ich hatte Probleme mit meiner Achillessehne. Eigentlich war der Plan, dass ich noch die Cross-EM laufe, aber das ist vielleicht keine gute Idee. Alle haben mir gesagt, dass ich jetzt vor Tokio eine lange Pause machen muss. Es ist wichtig, dass ich am Ende der Saison meinen besten Lauf habe, mein Fokus liegt dann auf der letzten Runde in Tokio“, verriet Parsons Leichtathletik.de