Lisa Oed und Dominik Müller überzeugen bei Berglauf Europameisterschaft in Zermatt
  10.07.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Trotz Minimal-Vorbereitung in den Alpen Zugehörigkeit zur europäischen Berglauf-Elite bewiesen

Mit zwei Top-Ten-Platzierungen endete die Berglauf-Europameisterschaft in Zermatt für Lisa Oed und Dominik Müller (beide SSC Hanau-Rodenbach). Während die 20-jährige Lisa Oed den anspruchsvollen Parcours mit Ziel auf dem Riffelberg in 2600 Metern Höhe in ihrem ersten Frauenjahr als Neunte von 60 Teilnehmerinnen meisterte, setzte Dominik Müller als bester deutscher Jugendlicher auf Rang sechs Akzente. "Lisa Oed hat wieder einmal eine sehr starke kämpferische Leistung gezeigt", so Nationalteambetreuer Kurt König, der die berechtigten Hoffnungen auf die Frauen-Mannschaftsmedaille allerdings schon vor dem Startschuss hatte begraben müssen. Denn die ehemalige U20-Weltmeisterin Sarah Kistner (MTV Kronberg) musste kurzfristig wegen gesundheitlicher Probleme absagen. So machten Stefanie Doll (SV Kirchzarten), Lisa Oed und Ersatzfrau Melanie Noll (TUS Heltersberg) das Beste aus der Situation und belegten hinter Italien, Frankreich und der Schweiz den vierten Platz unter 15 Nationalmannschaften."Ich wäre so gerne mit einer Medaille nach Hause gefahren, aber mir war ja klar, dass das nur mit dem Team hätte klappen können", sagte Lisa Oed nach ihrem überzeugenden Auftritt. Drei "fast flachen" Kilometern durch Zermatt im Bereich der Top Sechs folgte dann eine ebenso lange "Rampe" mit bis zu 25prozentiger durchgehender Steigung. "Hier bin ich von mehreren Konkurrentinnen überholt worden, habe mich aber immer festgebissen und keinen Platz kampflos abgegeben", schilderte Lisa Oed den ersten Teil der 10,1-Kilometer langen Tortur hinauf zum Riffelberg in Sichtweite des Matterhorns. So hatte sie bei der Zwischenstation kurz nach Streckenhälfte Rang zehn inne, ehe es nach einem von starken Seitenstichen beeinträchtigten kurzen Flachstück wiederum zwei Kilometer im hochalpinen Gelände über Geröll und Steinpisten hinauf zum Ziel ging. "Zum Glück waren die Schmerzen dann weg und ich konnte mich voll ausbelasten", so Oed, die nach 1:05:21 Stunden von der Siegerin Maude Mathys (Schweiz/1:00:18 Stunden) und der Mitfavoritin Andrea Mayr (Österreich/1:01:18 Stunden) anerkennende Worte erhielt:"Es ist sehr ungewöhnlich, dass eine Juniorin so weit vorne platziert ist", lobte Mayr die deutsche Meisterin.Einen großen Schritt in Richtung Berglauf-Weltmeisterschaft in Argentinien im November hat auch Dominik Müller gemacht. Auf seinen 5,9 Kilometern kämpfte er sich bis auf den sechsten Platz vor, hatte dabei nach 29:38 Minuten die gleiche Zeit wie der fünftplatzierte Brite Brennan und lag 50 Sekunden hinter dem siegreichen Joseph Dugdale (GBR/28:48 Minuten). Gemeinsam mit Marius Abele (SSC Hanau-Rodenbach/27.), dem die Streckenbedingungen diesmal nicht lagen, und Lukas Bunzel (Hildesheim/35.) sprang dann noch der fünfte Platz in der Mannschaftswertung heraus.Eine Bestätigung bei der Deutschen Berglaufmeisterschaft vorausgesetzt, ist Dominik Müller aus Sicht von Kurt König erste Wahl für die Berglauf-WM. Allerdings überschneiden sich diese Titelkämpfe mit der Qualifikation für die Crosslauf-Europameisterschaft, bei der Müller 2018 mit der Mannschafts-Bronzemedaille ein gelungenes internationales Debüt gab. So steht hier wohl erst Ende September nach der Berglauf-DM eine Entscheidung an.